Wochenende, Zeit für ein Gläschen Whiskey

Wochenende, Zeit für ein Gläschen Whiskey

Habt Ihr die Woche gut überstanden? Dann denke ich dürft Ihr Euch alle einen Weekend-Drink gönnen. Wie wärs mit einem Gläschen Whiskey, zum Beispiel Jack Daniels?

Wie ich genau darauf komme?

Ich war vor drei Wochen an einem spannenden Vortrag in der wunderschönen Widder Bar in Zürich, mit Jeff Arnes, der seit zehn Jahren Master Destiller bei Jack Daniels ist. Er ist der achte Master Destille der 170jährigen Marke, und der erste der weder aus der Geburtsstätte “Lynchburg” des Tennessee Whiskey noch aus der Familie von Jasper Newton Daniel stammt.

Jasper? Hiess der denn nicht Jack? Nein, der Gründer hiess tatsächlich nicht Jack, sondern Jasper, aber eigentlich gut hat er seinen Whiskey nach seinem “Künstlernamen” benannt, oder wie käme es Euch vor, an der Bar einen “Jasper Coke” zu bestellen? Das wäre irgendwie schon lustig; oder?

Jasper, wurde früh Weise, er war klein und schwächlich und nicht für die in der Region dominante Farmarbeit tauglich. Also musste er sich einen anderen Überlebensplan suchen. Schon früh begann er Whiskey zu destillieren und in der Umgebung zu verkaufen. Er tüftelte lange herum, und merkte, dass die Wasserqualität essentiell für guten Whiskey ist. So kaufte er sich eine gute Wasserquelle in Lynchburg, dessen Wassertemperatur konstant 13 Grad Celsius betrug; noch heute stammt der Jack Daniels aus dieser Quelle.

Natürlich fliesst kein Whiskey aus der Quelle, das Wasser muss zuerst angereichert und bearbeitet werden. Für den Jack Daniels werden 80% Mais, 12% Gersten und 8% Roggen verwendet, ein klassischer Bourbon Whiskey würde man also meinen, der per Definition mindestens 51% Mais enthalten muss. Jack Daniels nennt sein Produkt aber nicht “Bourbon” sondern “Tennessee Whiskey”, um sich von der Masse abzuheben, so wie er sich auch geschmacklich abhebt. Er wird während 12 Tagen durch eine dicke Schicht Ahornkohle gefiltert, was ihm die Bitterstoffe und komischen Nachgeschmäcker entfernt und diesen milden Geschmack verleiht. Auch wird er in Kupfer destilliert, was zwar deutlich teurer ist, aber viel gesünder und sauberer.

Der Whiskey wird in einem der 89 Lagerhäuser und 2.5 Millionen Holzfässern in Lynchburg gelagert. Jedes Holzfass wird von Jack Daniels produziert und nur einmal verwendet, danach verkauft es Jack Daniels an andere Whiskeybrands.

Je nach dem auf in welchem Lagerhaus, auf welchem Stockwerk und wie lange der Whiskey gelagert wird, ergibt sich ein spezieller Geschmack. Deshalb hat Jack Daniels auch neue Variationen eingeführt:

1988 wurde der Gentlemans Jack eingeführt, er wird zweimal durch die Holzkohle gefiltert, einmal vor der Lagerung und einmal danach. Er ist ein geschmacklich leicht verständlicher Whiskey und eignet sich ideal für Manhattans.

1998 folgt der Single Barrel. Er wird in den obersten Stockwerken der Lagerhäuser aufbewahrt und bekommt so viel Wärme was den Eichengeschmack noch intensiviert. Er eignet sich perfekt für Old fashioneds.

Der Klassiker ist natürlich der No. 7, den man aus der typischen quadratischen Flaschen kennt, er ist das meistverkaufte Produkt…neben Jack Daniels T-Shirts! Er ist ideal für Sours und natürlich den Klassiker: Jackie Coke.

Und für die Schleckmäuler unter Euch gibt es noch den Whiskeylikör “Jack Daniels Honey”. Er ist lecker in Kaffee, Tee oder eisgekühlt als Digestif.

Ein spannendes Detail, Lynchburg ist eine sogenannte “Dry City”, es darf also nirgends Alkohol ausgeschenkt oder verkauft werden…ausser bei Jack Daniels.

So erfolgreich Jaspers Whiskey wurde, so tragisch sein Abgang. Er war ein Frühaufsteher und wollte in seinem Büro den Umsatz vom Vortag anschauen, aber der massive Eisentresor klemmte. Wütend trat er mit seinem Fuss gegen die Tür, brach sich seinen Zeh und bekam eine Blutvergiftung. Zuerst wurde ihm der Zeh amputiert, als das nichts nützte der Fuss, danach beide Beine, aber die Vergiftung war zu hartnäckig und so starb er. Das Unternehmen ging an seine Neffen weiter, da er kinderlos war.

Die Moral von der Geschichte, früh aufstehen ist ungesund, aufregen auch, lieber gelassen bleiben, ein Gläschen Jackie trinken.

Mögt Ihr Jack Daniels? Und kennt Ihr die verschiedenen Variationen?

Ich wünsche Euch ein wunderbares Wochenende…mit oder ohne Jasper Jack Daniels.

Eure

Jesca Li

 

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