Sonne, Yoga und Surfen

Sonne, Yoga und Surfen

Wie versprochen möchte ich Euch heute über den zweiten Teil meiner Sri Lanka-Ferien berichten, von meiner ersten “Camp-Experience” seit meinem letzten Pfadilager vor gefühlten 500 Jahren.

Anna und ich haben uns für eine Woche im “Surf Spirit” , einem Surf-und Yogacamp angemeldet. Vor vier Jahren hat mir ein Freund in Hawaii während zwei Tagen ein bisschen Surfen beigebracht. Es ging damals ziemlich gut und ich war sofort Feuer und Flamme, denn Wasser ist ohnehin eines meiner Lieblingselemente.

Nun endlich ist die Zeit gekommen, mich erneut auf das Brett zu schwingen, und das Surfen von Grund auf zu lernen.

Das Camp liegt im Hinterland von Unawatuna, an der Westküste Sri Lankas, gut zwei Autostunden vom Flughafen Colombo entfernt.

Am Sonntag fällt der Startschuss mit einem lockeren Programm: Einchecken und Entspannen.

Das Zimmer ist einfach aber wunderschön mit Blick ins Grüne und meinem persönlichem Sahnehäubchen: Wieder ein Outdoorbadezimmer. Schade ist es in der Schweiz so kalt, sonst würde ich mir zu Hause wohl auch gleich eines bauen; was gibt es Schöneres als unter dem Sternenhimmel zu duschen oder im Licht des Vollmondes die Zähne zu putzen?

Nachdem ich die Koffer ausgepackt habe, gehe ich auf Entdeckungstour, begleitet vom einäugigen Haushund Django.

Die Anlage besteht aus einem Hauptgebäude und ein paar Nebengebäuden, unter anderem dem Essbereich, der Yogacabaña, welche man über eine kleine Brücke erreicht, davor die Massagecabaña, einen einladenden Pool mit Liegestühlen, Hängematten und immer wieder kleine “Oasen” mit Kissen, die zum Verweilen einladen. Ein Träumchen.

Um 18:30 treffen wir die 16 anderen Teilnehmerinnen (diese Woche sind wir tatsächlich eine reine Frauengruppe), die Yogalehrerin, den Fotografen, die beiden Surflehrer und das fantastische Küchenteam, welches uns danach mit einem bunten Abendessen verwöhnt.

Jetzt erfahren wir auch, wie unsere Woche ausschauen wird:

Der Morgen wird um 7:30 mit einer 90-Minütigen Yogastunde begrüsst, danach können wir uns am Frühstücksbüffet stärken.

Für die Surflektionen werden wir in zwei Gruppen eingeteilt: Gruppe 1 geht gleich nach dem Frühstück los, während Gruppe zwei es sich noch gemütlich machen kann, nach dem Mittagessen werden die Rollen dann getauscht. Und Strebern wie mir ist es auch erlaubt, bei beiden Gruppen mitzumachen. Abends gibt es nochmals eine Stunde Yoga, meist Yin-Yoga kombiniert mit Chanting oder Meditation um uns danach die Mägen vollzuschlagen mit bestem Sri Lankischen- und Fusionfood. Das klingt doch mal vielversprechend!

Der Mittwoch ist Ruhetag, wer möchte, kann an diesem Tag eine Exkursion buchen oder auf eigene Faust die Umgebung unsicher machen, so wie Anna und ich. Wir besichtigen die nächstgrössere Stadt “Galle” mit seinem bekannten Fort, und fahren dann weiter südlich nach Kabalana, um eine Freundin besuchen.

Zuerst fand ich die Idee eines “freien” Tages nicht so verlockend, aber nach den ersten beiden Tagen mit Yoga und Surfen bin ich dann doch nicht böse, meinem Körper mal kurz ein bisschen Erholung gönnen zu dürfen.

Anfangs hatte ich etwas Bange vor den Yogaklassen; ich liebe Yoga, aber mir reichen 60 Minuten meistens.

Unsere Lehrerin Alena baut die Stunde (respektive die 90 Minuten) sorgfältig auf, und wir lernen vieles von Grund auf, die Atmung, gewisse Posen und ihre Bedeutung; Dinge, die in den meisten Yogaklassen, welche ich in der Schweiz besucht habe, wie vorausgesetzt werden.

Obwohl ich schon lange Yoga mache, hilft es mir extrem, endlich mal bei A anzufangen. Mein persönliches Highlight: Zum ersten Mal schaffe ich den Kopfstand, und das sogar ohne das Gefühl, dass mir der Schädel gleich explodiert. Auf das abendliche Yin-Yoga freue ich mich immer. Nachdem ich den Körper den ganzen Tag durch so stark beansprucht habe, tut es unglaublich gut, ihn komplett durchzudehnen, und mental herunterzufahren.

Die Surflektionen beginnen mit einer halben Stunde knackiger Theorie, danach laden wir die Bretter auf unseren coolen Bus und düsen gut zehn Minuten an “unsere” Bucht.

Es ist eine ideale Anfängerbucht, sandiger Untergrund, sanft abfallend und meistens ganz angenehme Wellen, die auch einem Anfänger wie mir, nicht gleich den Angstschweiss ins Gesicht treiben und mir dennoch die Chance geben, ein bisschen auf ihnen zu reiten. Der einzige Nachteil an dieser idealen Bucht ist natürlich, dass nicht nur unsere Gruppe sie ideal findet, sondern noch ganz viele andere Wasserratten.

UND, auch hier ist der Abfall ein grosses Problem, im Meer und am Strand. Deshalb wird das Thema im Surfcamp auch proaktiv angesprochen und zwei Mal die Woche legen wir vor der Surfsession eine “Littering”-Session ein, wir sammeln den Abfall am Strand ein.

Und wie läuft es mit meinen Surfskills?

Nun ja, in Hawaii schien es mir einfacher. Dort konnte ich Sachen, die ich als Anfänger nicht wirklich bereits hätten können dürfen, aber das wusste ich ja nicht, und deshalb machte ich es einfach.

Hier bin ich mental manchmal etwas blockiert, weil ich versuche, alles schön nach “Kochbuch” zu machen und die Lehrer einem ja auch nicht überfordern möchten.

Am Donnerstagabend gibt es eine Videoanalyse, was ich sehr hilfreich finde. Ich seh nicht nur, was ich verbessern kann, sondern kann mir bei meinem Kolleginnen auch Techniken und Tricks abschauen, die ich am darauffolgenden Tag dann gleich umsetze. So gibt es das eine oder andere Erfolgserlebnis, neben ein paar Schleudergängen in der Waschmaschine des Ozeans.

Alles in Allem ist eine Woche natürlich bei Weitem nicht genug, um Profisurferin zu werden, aber es macht definitiv Lust auf mehr! Und ich freue mich schon darauf mich im Juni in Los Angeles wieder aufs Brettchen zu schwingen.

Ich möchte mich auf jeden Fall für diese unvergessliche Woche bedanken. Da es mein erstes Surf-und Yogacamp ist, habe ich keine Vergleiche, ich kann nur sagen, dass es mir unglaublich gut gefallen hat, und ich es allen Interessierten wärmstens empfehlen kann.

Eine Woche im “Surf Spirit” (Sonntag bis Sonntag) kostet 690 Euro, mit Unterkunft im Doppelzimmer, Yoga-und Surflektionen, reichhaltigem Frühstück, Früchte am Mittag und leckerem Abendessen, wie einer Massage inklusive. Wer die Bilder vom Hausfotografen mit nach Hause nehmen möchte, bezahlt noch 25 Euro extra. Unsere “Surferbabe”-Bilder wurden von Thomas von “Get Wet Soon” geschossen.

Falls Ihr Fragen habt, meldet Euch gerne bei mir!

Eure Jesca Li

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