Kleine Helden des Alltags: Das Handyladekabel

Kleine Helden des Alltags: Das Handyladekabel

Hallo zusammen

Bald ist Weihnachten! Habt ihr schon alle Eure Weihnachtsgeschenke beisammen?

Ich habe Euch als Vorweihnachtsgeschenk diese tolle Geschichte, die meiner Leserin Rayana letzte Woche passiert ist:

Rayana reiste von Zürich nach Gossau St.Gallen. Der Zug war gut besetzt und sie teilte sich mit drei anderen Mitreisenden ein Viererabteil.

Kurz nach der Abfahrt, kam der Billettkontrolleur und sie zeigte ihm ihr Ticket auf dem Handy. Er schaute kurz auf das Ticket, und dann auf die Handymarke und meinte „Ah, ein iPhone; hätten Sie allenfalls ein Ladekabel? Ein Fahrgast im Viererabteil dahinter hätte eben kein Akku mehr, aber sein Ticket sei auf dem Telefon, ob sie ihm ihr Ladekabel kurz ausleihen könne?“

Rayana, zweifelte keine Sekunde und der andere Fahrgast, sichtlich erleichtert, bedankte sich überschwänglich. Die Mitreisenden des vollen Zugabteils hatten die Geschichte natürlich auch mitbekommen, und warfen Rayana freundliche Blicke zu; die meisten mit einem wohlwollenden Schmunzeln auf den Lippen.

Rayana widmete sich wieder ihrer Netflix-Serie auf dem Laptop, da steht plötzlich der Kontrolleur mit einem ratternden Ticketgerät wieder neben ihr und überreicht ihr feierlich einen SBB-Gutschein über sechs Franken. Verdattert bedankte Rayana sich und fragte, ob der Gutschein denn vom anderen Fahrgast käme? Der Kontrolleur antwortete, dass der Gutschein von ihm selber sei, er wolle die nette Geste von ihr honorieren, man solle doch solche Handlungen der Nächstenliebe belohnen.

Rayana schrieb mir, dass sie unglaublich überwältigt gewesen sei von der überschwänglichen Dankbarkeit des Kontrolleurs, wie auch des in Not geratenen Mitreisenden und dem Mitgefühl der anderen Fahrgäste, denn es hätte sie ja absolut nichts gekostet.

Ich finde es ein wunderschönes Beispiel, wie man mit kleinen Gesten Grosses bewirken kann. Nicht nur, dass sie den anderen Fahrgast vor einer Busse retten konnte, sondern auch, dass wahrscheinlich das ganze Abteil mit einem Lächeln im Gesicht und einem leichten Herzen den Zug verlassen hatte.

Rayana schreibt mir die abschliessenden Worte, dass es nur ein kleines „unbedeutendes“ Ereignis gewesen sei, für sie persönlich aber ein bedeutungsvoller Moment, den sie bestimmt nicht so schnell vergessen werde.

Das sind doch genau die Geschichten, die das Leben lebenswert machen.

Danke vielmals, liebe Rayana, dass Du diese wunderbare Geschichte mit uns geteilt hast.

So möchte ich Euch in die letzte Vorweihnachtswoche entlassen, und lasst Euch nicht vom Geschenkestress mitreissen, denn die grössten Geschenke sind doch genau die kleinen Momente, wie dieser.

Eure Jesca Li

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