Kleine Helden des Alltags: Amerikanische Touristen

Kleine Helden des Alltags: Amerikanische Touristen

Hallo zusammen

Heute grüsse ich Euch aus dem Paradies, aus Mauritius. Wir reisen zu fünft und haben deshalb auf AirBnB ein “Bungalow” gemietet und einen unglaublichen Glücksfall gelandet: Eine riesengrosse Villa, in einer Überbauung, die noch nicht ganz fertig ist, und deshalb auch  ein wahnsinniges Schnäppchen: pro Person zahlen wir gerade mal 40 Franken pro Nacht. Deshalb ist es auch nicht so schlimm, dass wir heute in der Villa festsitzen, denn es fegt gerade ein Zyklon über Mauritius und es herrscht Ausgehverbot.

Also nehme ich mir gerne die Zeit, Euch über eine erfrischende Zugfahrt von Zürich nach Basel zu erzählen.

Ich habe bereits ein Plätzchen im gutbesetzten Zug gefunden, als eine ältere amerikanische Dame mit einem Koffer, fast so gross wie sie selber, einsteigt. Sie wirkt relativ hilflos, da erhebt sich spontan ein junger Reisegast und hievt ihren den Koffer auf die Gepäckablage. Kurz darauf steigt ihr Mann zu und auch voll beladen. Das ganze Abteil hilft dem Paar ihre Koffer zu verstauen, zwischen den Sitzen und auf den Ablagen. Dankbar scherzt das Paar, dass sie “Greenhorns” seien, und glaublich froh, lokale Hilfe erhalten zu haben. Vis-à-vis von ihnen sitzt ein weiteres amerikanisches Paar und es beginnt eine rege Diskussion übers Zugfahren mit Gepäck.

Als der Zug in Basel einfährt, gibt es eine kaum verständliche Zugdurchsage, dass der Zug ausnahmsweise nicht weiter nach Paris fahre, sondern die Fahrgäste nach Paris umsteigen müssten. Das zweite amerikanische Paar schaut verwirrt aus der Wäsche, als plötzlich alle aussteigen. Ich erkläre ihnen, dass sie einen anderen Zug nehmen müssten, und alle Mitreisenden helfen den zwei amerikanischen Ehepaaren, ihr Gepäck auszuladen und werden mit dankbaren Lächeln und lieben Worten verabschiedet.

Ich habe das Gefühl, dass wir Schweizer oft die Tendenz haben, nicht über den Tellerrand hinauszuschauen, und deshalb war diese Zugfahrt eine wunderschöne Erfahrung für ich. Mit vereinten Kräften haben wir vier amerikanische Touristen von der Schweizer Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft überzeugen können, so dass sie bestimmt auch zu Hause davon erzählen werden.

Nicht nur die unterhaltsame Zugfahrt wird mir in guter Erinnerung bleiben, sondern auch die dankbare Blicke der vier Amerikaner; was für ein unbezahlbares Gefühl!

Ich wünsche Euch zwei wunderschöne letzte Tage im alten Jahr, und einen fantastischer Start ins neue Jahrzehnt!

Eure Jesca Li

 

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